Stromtrasse durch Deutschland

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Stromtrasse durch Deutschland

Beitragvon Partizipationsbeauftragter » 18. Februar 2014, 10:34

Streckenverlauf für neue Stromtrasse vorgestellt
Von Wilster nach Grafenrheinfeld

Mit dem Vorschlag für den konkreten Verlauf der Trasse tritt Deutschlands größtes Netzausbauprojekt in die heiße Phase. Wie die Netzbetreiber Tennet und TransnetBW in Berlin mitteilten, könnte die Haupttrasse des insgesamt 800 Kilometer langen "SuedLink"-Projekts bis zum Jahr 2022 von Schleswig-Holstein über Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hessen nach Bayern führen. Sie soll große Mengen Windstrom vom Norden in den Süden bringen, und dort die Stilllegung mehrerer Atomkraftwerke kompensieren.

"Wir sind startbereit", sagte Tennet-Geschäftsführer Lex Hartman. Das Unternehmen ist für den Hauptteil der Trasse verantwortlich, die Kosten liegen den Angaben zufolge im "unteren einstelligen Milliardenbereich". Jetzt gehe es um den Dialog mit den Bürgern über den Trassenverlauf. Die Masten sollen 60 bis 70 Meter hoch sein. Man habe schon geschaut, "wie sieht die Natur aus, wo wohnen die Menschen?".


So soll die Strecke verlaufen

Der Vorschlag führt von Wilster (Schleswig-Holstein) aus an Verden vorbei, zwischen Hannover und Lehrte durch, vorbei an Hildesheim. Danach geht es in südwestlicher Richtung an Höxter, Warburg (NRW) und westlich an Kassel (Hessen) vorbei. Von dort an Bad Hersfeld vorbei Richtung Süden, um Fulda passierend in das bayerische Grafenrheinfeld zu münden. Ein zweiter Abschnitt soll von Brunsbüttel nach Großgartach in Baden-Württemberg führen.
Trasse Deutschland
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TransnetBW-Geschäftsführer Rainer Joswig bezeichnete die Trasse als "Hauptschlagader und Rückgrat der Energiewende." Bis 2016 soll mit der Baugenehmigung gestartet werden, 2022 soll die Leitung stehen. "Das ist eine elektrische Autobahn ohne Abfahrten", so Hartman. Die als Gleichstromverbindung geplante Trasse ist eine von drei großen Neubauprojekten mit insgesamt 2800 Kilometern Länge. Als Gesamtkosten werden mindestens zehn Milliarden Euro für insgesamt 36 Ausbau- und Netzverstärkungsprojekte veranschlagt. Wenn die Leitungen als Erdkabel verlegt werden, wird es teurer werden.


Proteste in Bayern

In Bayern gibt es gegen eine andere der drei geplanten neuen langen Höchstspannungstrassen aber bereits so massive Proteste, dass die CSU-Landesregierung nun ein Moratorium fordert. 2013 hatten Bundestag und Bundesrat allerdings mit CSU-Beteiligung das Bundesbedarfsplangesetz beschlossen, das die 36 Projekte umfasst. Der Protest richtet sich gegen eine 450 Kilometer lange Trasse des Netzbetreibers Amprion zwischen Bad Lauchstädt in Sachsen-Anhalt und dem bayerischen Meitingen.

Mit der geplanten Ökostrom-Reform der Bundesregierung ändere sich die Geschäftsgrundlage, argumentiert die bayerische Landesregierung von Ministerpräsident Horst Seehofer. Mit Blick auf eine mögliche Drosselung beim Ausbau gerade der Windenergie wird gefordert, die Planungen neu zu justieren. In Bayern finden im März Kommunalwahlen statt.

Tennet-Geschäftsführer Hartman kritisierte: "Wenn wir die Energiewende haben wollen, brauchen wir diese Netze." Es gebe eine gesetzliche Verpflichtung, München und Berlin müssten sich einigen. Vorerst warte man daher mit dem Start des Dialog-Prozesses über den SuedLink-Trassenverlauf. Sonst werde mit viel Geld geförderter Ökostrom produziert, der nicht abtransportiert werden könnte, kritisierte Hartman.

Stromnetz und Ausbaupläne

Das gesamte Stromnetz in Deutschland umfasst nach Zahlen der Bundesnetzagentur rund 1,79 Millionen Kilometer. Das Netz gliedert sich gemessen an der Stromkreislänge wie folgt:
- Höchstspannung (380 Kilovolt): 35 270 Kilometer;
- Hochspannung (110 oder 60 kV): 95 425 Kilometer;
- Mittelspannung (30 bis 3 kV): 507 953 Kilometer;
- Niederspannung (400 oder 230 Volt): 1 149 973 Kilometer.

Es gibt vier Betreiber von Höchstspannungsleitungen in Deutschland: Tennet, Amprion, 50Hertz und TransnetBW. Sie speisen den Großteil des Stroms ein und verteilen ihn über lange Distanzen. Hinzu kommen 806 Verteilnetzbetreiber, darunter viele Stadtwerke, die den Strom über niedrigere Spannungsebenen zum Verbraucher bringen.

Um den zunehmenden Windstrom von Nord- und Ostdeutschland in den Süden zu transportieren, sollen nun drei große Stromtrassen mit insgesamt 2800 Kilometern Länge gebaut werden. Zudem sollen im bestehenden Höchstspannungsnetz 2900 Kilometer für die je nach Wetter schwankende Ökostrom-Einspeisung optimiert werden. Planungs- und Bauzeiten sollen dabei von zehn auf vier Jahre verkürzt werden. Die Kosten für die 36 Projekte betragen rund zehn Milliarden Euro - ohne die Zusatzkosten für Erdverkabelungen auf einzelnen Trassenabschnitten.

Stand: 05.02.2014 12:07 Uhr
Quelle: Tagesschau.de
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